Chancenreiche Newcomer und etablierte Märkte in der Übersicht

(NL/1495860609) Regensburg, 25. September. Weltweit befindet sich der Windenergie-Markt im Wandel. Marktexperten beobachten beim Windkraftzubau bereits seit 2010 eine Verschiebung von den Industrienationen hin zu den Newcomern aus Asien und Lateinamerika. Als Begründung führt Lacuna-Vorstand Thomas Hartauer u.a. den enormen Energiebedarf vor allem der Emerging Markets an: Bis 2035 erwartet die Internationale Energie Agentur (IEA) eine Steigerung des weltweiten Stromverbrauchs um 35 %, wovon allein 90 % auf die Nicht-OECD-Staaten entfallen werden. Vor diesem Hintergrund rechnet die Austrian Wind Energy Association bis 2016 mit einer Verdopplung der weltweit installierten Windleistung, die mit aktuell 238 Gigawatt (GW) gut 3 % der globalen Elektrizitätsversorgung deckt. Dazu Hartauer: Ich gehe davon aus, dass sich der Trend hin zu den Emerging Markets weiter verfestigen wird, sodass Investoren zukünftig auch abseits etablierter Windmärkte wie z.B. in Deutschland gute Anlagemöglichkeiten finden können. Eine Übersicht der Wachstumsmärkte für Windenergie in den Weltregionen liefert Hartauer im folgenden Artikel.

Asien
Rund 54 % der neu installierten Leistung aus Windkraft entfallen auf Asien, wobei China mit 43 % den erwartungsgemäß größten Anteil Asiens am globalen Markt stellt. 18 Gigawatt hat die Volksrepublik in 2011 zugebaut so viel wie kein anderes Land der Welt, erklärt Hartauer. Mit einer Gesamtleistung von 62,5 GW stammen nun 26,2 % der globalen Windenergie aus China. Auch Indien zeigt Potenzial, wie der Anstieg der installierten Gesamtleistung aus Windenergie von 13 auf 16 GW bestätigt. Darüber hinaus erwartet der Lacuna-Vorstand künftig vor allem in Thailand und Indonesien einen verstärkten Zubau: Thailand will mit vorerst 200 Megawatt in die Windenergie-Nutzung einsteigen. Indonesien plant, bis 2025 den Anteil Erneuerbarer Energien von heute rund 3 % auf 17 % zu steigern, wobei Windenergie eine zentrale Rolle spielen soll. Insgesamt verfügen die Länder Asiens somit über eine installierte Gesamtleistung von 82 GW.

Nord- und Lateinamerika
In Nordamerika beträgt die gesamte Leistung aus Windkraft 52,75 GW. Dabei errichteten die USA im vergangenen Jahr mit 6,8 GW den größten Anteil neu installierter Windenergie-Leistung auf dem amerikanischen Doppelkontinent. Seit 2010 hat sich das Windenergiewachstum in den Vereinigten Staaten jedoch stark abgeschwächt. Bei einer Gesamtleistung von 46,9 GW belegen die USA weltweit dennoch Rang zwei hinter China. Kanada konnte mit einem Zubau von 1,3 GW hingegen ein Rekordjahr für sich verbuchen. Insgesamt sind dort nun 5,2 GW installiert.

Mit einem Zubau von 852 Megawatt (MW) in 2011 und einer installierten Leistung von 2,3 GW liegen die Zahlen in Lateinamerika zwar niedriger als im Norden Amerikas. Allerdings verzeichnet der Windenergie-Markt dagegen hohe Zuwachsraten von knapp 40 %. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren besonders in Südamerika beschleunigen wird, führt Hartauer aus. Uruguay will bis Mitte des Jahrzehnts 500 MW Windleistung aufbauen, Argentinien hat schon 2010 Projekte im Umfang von 795 MW ausgeschrieben und Venezuela plant, in einem nationalen Windenergieprogramm 1,7 GW bis 2015 in Betrieb zu nehmen. Während es sich hierbei noch um Pläne handelt, ist das Wachstum in Brasilien real. Hier gingen im vergangenen Jahr 583 MW neu ans Netz.

Europa
Europa ist mit einer installierten Windkraftleistung von 96,6 GW nach wie vor der Windkontinent Nummer eins, so Hartauer. Der Zubau von 9,6 GW entspricht einem stabilen Wachstum von 11 %. Damit deckt Windkraft 6,3 % des europäischen Stromverbrauchs. Deutschland führt in Europa sowohl in punkto Zubau als auch im Hinblick auf die Gesamtleistung: 2011 wurden hier 2,1 GW neu in Betrieb genommen, die gesamte Kapazität beträgt damit 29 GW. Dies entspricht einem Anteil an der weltweiten Leistung von 12,2 %, womit Deutschland weltweit den dritten Platz hinter China und den USA belegt.

Daneben dürfte laut Thomas Hartauer in Europa künftig auch der türkische Windmarkt Potenzial bieten. Mit dem rasanten Wirtschaftswachstum der Türkei steigt auch der Energiebedarf. Bis 2018 wird die Nachfrage voraussichtlich um rund 6 % jährlich zulegen. Damit das Land am Bosporus seinen steigenden Energiehunger weiterhin decken kann, plant die Regierung u.a. eine verstärkte Konzentration auf die Stromerzeugung durch Windenergie. Schon 2011 hat die Türkei zu den bereits installierten 1,3 GW rund 500 MW zugebaut. Ebenfalls gute Wachstumsraten weist Hartauer zufolge Polen auf. Insgesamt wurden hier 436 MW installiert, womit die Gesamtkapazität nun bei 1,6 GW liegt.

Fazit
Der globale Zubau an Windkraftleistung ist enorm. In den Industrienationen ist das Wachstum weitgehend stabil, hat sich jedoch in den vergangenen zwei Jahren merklich verlangsamt. Es sind vielmehr die Newcomer-Länder Asiens und Lateinamerikas, vereinzelt auch Europas, auf die künftig ein steigender Anteil der Energienachfrage entfallen dürfte. Dementsprechend wird auch hier die Bedeutung der Windkraft weiter zunehmen, schließt Thomas Hartauer.

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